Chancengleichheit und Diversität

Gleichstellungs-Innovations-Fonds

Mit dem Gleichstellungs-Innovations-Fonds fördert die Universität Göttingen Projekte, die auf fach- und/ oder organisationsspezifische Herausforderungen im Bereich Gleichstellung reagieren. Fakultäten und Einrichtungen der Universität sind aufgefordert, Lösungsansätze zu entwickeln, die bspw. dazu beitragen, talentierte Frauen zu einer Karriere in der Wissenschaft zu bewegen. Weitere Projektziele können etwa die Verbesserung von Studien-, Arbeits- und Forschungsbedingungen sowie eine gleichstellungsorientierte Organisationskultur sein. Zielgruppe sind Akademikerinnen aus allen Alters- und wissenschaftlichen Statusgruppen, d.h. Studentinnen, Nachwuchswissenschaftlerinnen und (angehende) Professorinnen.

Leitidee des aus Mitteln des Professorinnenprogramms geförderten Fonds ist es, innovative Projekte anzustoßen, die mit neuen, auch experimentellen Ideen auf konkrete Handlungsbedarfe reagieren, bspw. darauf, dass

  • ein Fach zu wenig Studienanfängerinnen aufweist,
  • die Arbeitsbedingungen von Promovendinnen verbessert werden müssten oder
  • ein ‚Brain Drain‘ exzellenter Akademikerinnen direkt nach der Promotion stattfindet.

Die Fonds-Projekte beschreiten in ausgewählten Bereich der Universität neue Wege in der Gleichstellung, insbesondere in den Natur- und Lebenswissenschaften. Manche haben Vorbildcharakter für andere Bereiche, andere sind als Erfolgsmodell für die gesamte Universität von Interesse. Sie tragen so wesentlich zur Weiterentwicklung der Gleichstellungspolitik und -arbeit bei.

Die aktuelle Ausschreibungsrunde ist abgeschlossen. Beratungen für die Antragsrunde 2019 sind ab 10/2018 möglich.

In der ersten Förderrunde wurden Projekte ins Leben gerufen, die die drei anvisierten Zielgruppen im Blick haben: von einem Studentinnenmarketingprojekt „Jenseits von Dackel und Lodenmantel“ der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie über einen Publikationszuschuss für Nachwuchswissenschaftlerinnen der Fakultät für Geowissenschaften und Geographie bis hin zu einer Projektstelle zur Professionalisierung der Aktiven Rekrutierung von Frauen an der Fakultät für Agrarwissenschaften.

In den Projekten der zweiten Förderrunde wurden Kooperationen über Disziplinengrenzen hinweg geschlossen: So werden in dem kulturanthropologischen Kurzfilmprojekt „Ungehaltene Reden“ Wissenschaftskarrieren von Frauen in der Physik, den Wirtschaftswissenschaften, der Philosophie, den Geschichtswissenschaften und Ostasienwissenschaften offen und nahbar in Szene gesetzt. In der Veranstaltungsreihe „Welcome to the Community“ wird internationalen PostDocs der Natur- und Lebenswissenschaften das sonst häufig implizit bleibende Wissen über das deutsche Wissenschaftssystem und die Besonderheiten des wissenschaftlichen Kritisierens vermittelt.

In der dritten Förderrunde werden viele Projekte mit Fokus auf das Studium gefördert: Das Stipendienprojekt „Probieren geht über und Studieren“ der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zielt darauf ab, mittels Stipendien einen Anreiz zur Erprobung des vermeintlich schwierigen Studiengangs Wirtschaftsinformatik zu setzen. Ein Projekt für Studienanfängerinnen in der Informatik bietet neben fachlicher Beratung auch Vernetzungsangebote, Hinweise auf Karrierewege und Hilfe bei Unsicherheiten aller Art in der Studieneingangsphase. Ein gendersensibilisierendes Schlüsselkompetenzmodul für Studierende der Juristischen Fakultät erweitert dort das Modulangebot um ein von Studierendenseite stark nachgefragtes Thema. Ein Projekt widmet sich dem „inklusiven Promovieren“ und bietet Promovendinnen der Gesellschaftswissenschaften mit Behinderung/chronischer Erkrankung oder Pflegeverantwortung Möglichkeiten des Austauschs im Rahmen von Biographiezirkeln und identifiziert Hürden und Best Practice-Beispiele im Karriereverlauf. Flankiert wir das Angebot von Expert Talks von erfolgreichen Wissenschaftler*innen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und Fachvorträgen.