Pilotprojekt Unterstützung von trans* Studierenden 2018 – 2019

Das Projekt „Unterstützung von trans* Studierenden“ bot von Januar 2018 bis Dezember 2019 Peer-to-Peer Beratung und Unterstützung für trans* Studierende an der Universität Göttingen an. Das Angebot richtete sich an alle Studierenden, die Fragen zu ihrer geschlechtlichen Identität hatten. Auch Menschen, die aufgrund ihres Geschlechtsausdruckes anders als gewünscht wahrgenommen wurden oder Menschen, die aufgrund (zugeschriebener) Sexualität Beschämung, Ausgrenzung oder Diskriminierung in der Universität erfahren haben, waren in der Beratung willkommen.

Zusätzlich bot die Beratungsstelle durch Consultingtermine Unterstützung für Personen (z.B. Lehrende, Beratende), die Fragen zum Umgang mit trans* Studierenden oder zum Thema trans* Sein im Studium hatten.
Das Beratungsangebot umfasste:

  • Orientierung und Entscheidungsfindung für Studierende bei Fragen zur eigenen Geschlechtlichkeit
  • Information und Unterstützung bei Fragen der Vereinbarkeit von Studium und trans* bezogenen Veränderungsprozessen
  • Informationen zu sozialen, rechtlichen und medizinischen Aspekten der Transition
  • Beratung bei Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen
  • Unterstützung bei Kommunikations- und Veränderungsprozessen im universitären Umfeld
  • Informationen und Sensibilisierung für nicht-trans* Personen

  • Menschen, die aufgrund (zugeschriebener) Sexualität Beschämung, Ausgrenzung oder Diskriminierung in der Universität erfahren haben, konnten sich auch an die Unterstützungsstelle wenden.

    Was bedeutet der Begriff trans*?

    Mit trans* wird hier die Alltagserfahrung von Menschen beschrieben, die sich nur teilweise, nicht oder nicht immer mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Zum Beispiel Transgender, Mann zu Frau und Frau zu Mann Transsexuelle, genderqueere und nicht-binäre oder abinäre Personen. Auch Crossdresser oder sogenannte Transvestiten sind unter dem Begriff erfasst. Menschen die trans* Erfahrungen in ihrem Alltag machen haben sehr unterschiedliche Lebensrealitäten und Selbstdefinitionen. Menschen, die trans* Erfahrungen machen können sich als weiblich, männlich oder eine andere (nicht) Geschlechtlichkeit definieren.

    Was bedeutet der Begriff inter*?

    Inter* umschreibt die gelebte Erfahrung, mit einem Körper geboren zu sein, der den normativen Vorstellungen von männlich/Mann und weiblich/Frau nicht entspricht. Die Variation der Geschlechtsmerkmale führt noch heute zu Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen, wie z.B. uneingewilligte geschlechtsverändernde Eingriffe.

    Inter* ist kein „drittes Geschlecht“, denn die Realitäten von Menschen mit angeborenen Variationen der Geschlechtsmerkmale sind vielfältig. Inter* Menschen können, wie andere Menschen, eine männliche, weibliche, trans* oder nicht-binäre Identität haben.