Vom Naturhistorischen Museum zum Forum Wissen






Durch die fortwährende Erweiterung der Sammlungen und die Ausdehnung der Sammeltätigkeiten auf neue Sammlungsbereiche geriet das Academische Museum am Papendiek Mitte des 19. Jahrhunderts räumlich an seine Grenzen. Mit dem Naturhistorischen Museum, außerhalb des Stadtwalls und in Nachbarschaft zum Bahnhof, wurde 1877 ein repräsentativer Bau eröffnet, der Platz bot insbesondere für die wachsenden naturgeschichtlichen sowie anfangs auch die völkerkundlichen Sammlungen der Universität. Besucherinnen und Besucher konnten nun Objekte der Mineralogie, Paläontologie, Zoologie und Ethnologie in eigens für sie geschaffenen Ausstellungsräumen besichtigen. Von Beginn an war der Bau zugleich ein zentraler Ort für Forschung und Lehre in Göttingen: Es wurden Seminare in den Sammlungen gehalten und seit den 1920er Jahren beherbergt der angebaute Nordflügel einen großen Hörsaal für Vorlesungen und Vorträge.

Naturhistorisches Museum Göttingen Fassade
Fassade des Naturhistorischen Museums
(bauzeitlicher Aufriss)

Museum und Universität bilden seit jeher eine Einheit in dem Bauwerk, das nun - von 2016 bis 2019 - für das Forum Wissen umfassend saniert wird. Das bedeutet zunächst den Rückbau von Büros, Laboren und anderen Einbauten, die, im Zuge der zunehmenden Nutzung des Gebäudes als Zoologisches Institut und Lehreinrichtung an der Massenuniversität der Nachkriegszeit, den Innenraum stark überformt haben. Im 20. Jahrhundert hatten zunächst die Ethnologische Sammlung am Theaterplatz, später die Geowissenschaftlichen Sammlungen auf dem Nordcampus jeweils eigene Neubauten erhalten. Die wechselvolle Geschichte des Naturhistorischen Museums Göttingen wird mit dem Forum Wissen, an ihren Ursprüngen anknüpfend, aktualisiert und in die Zukunft fortgeschrieben.

Lageplan Forum Wissen
Bebauungsplan des Areals am Groner Tor mit Forum Wissen (rot)


Die denkmalpflegerische Wiederherstellung der Fassaden, der lichten und hohen Ausstellungssäle sowie die technische Ertüchtigung des Baus für einen zeitgemäßen Museums-, Universitäts- und Veranstaltungsbetrieb liegen in den Händen des Architekturbüros gildehaus.partner (Weimar), in Arbeitsgemeinschaft mit dem Architekturbüro Dr. Krause + Pfohl und in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement der Universität Göttingen. Das Bauvorhaben der Universität verbindet sich mit den südlich angrenzenden Neubauten, einem Hotel der Freigeist-Gruppe und der Zentrale der Sparkasse Göttingen, zu einem städtebaulichen Ensemble, das für die Stadt Göttingen ein neuartiges, vielseitig geprägtes Kultur-, Gastronomie-, Geschäfts- und Universitäts-Quartier zwischen Bahnhof und Innenstadt erschließt.